Lebenslauf des Johann Friedrich Brönnemann

von Manfred Koenig



Johann Friedrich Brönnemann: Selbstportrait Foto: M. Koenig



1803 Johann Friedrich Brönnemann wird am 24. Januar 1803 als zweites von sechs Kindern des Halbhöfners Johan Henrich Brönnemann und seiner aus Oelerse (bei Sievershausen) stammenden Ehefrau Ilse Marie geb. Niewerth in Otze geboren. Das Geburtshaus ist „Royers-Hof“, dessen Stallungen und Tenne im Jahr 1948 abgebrannt waren, dessen Wohntrakt aber heute im restaurierten Zustand erhalten ist. Zu Johann Friedrich Brönnemann und seinen fünf Geschwistern finden sich Eintragungen in den Kirchenbüchern der evangelischen St. Pankratius-Kirchengemeinde in Burgdorf (bei Hannover) und in denen der Stadtkirchengemeinde Celle.
Sein älterer Bruder war einen Tag nach seiner Geburt gestorben. Sicherlich sollte Johann Friedrich Brönnemann später den elterlichen Hof übernehmen. Doch schon in frühen Jahren zeigten sich seine besonderen Begabungen. Als Vierzehnjähriger, so schrieb er selbst, sei er nachts, wenn alles im Haus bereits schlief, heimlich aufgestanden und habe oft bis vier Uhr morgens Differential- und Integralrechnungen durchgeführt.


1819? -1821 Zweijähriger Besuch des Lehrerseminars in Hannover.


1821 - 1833 Lehrer an der „Elementar- und Töchterschule“ in Celle.


1833 Brönnemann wirft gemeinsam mit dem Stadtschullehrer Scharnhorst in einem anonymen Schreiben an den Magistrat dem Stadtprediger und Archidiakonus August Wilhelm Knauer mangelnde Schulaufsicht und mangelnde Fachkompetenz vor. Die juristische Auseinandersetzung zwischen Brönnemann und Knaur endet mit der Entlassung Brönnemanns aus dem Dienst an der Elementarschule und der von Knauer privat geführten Töchterschule, der heutigen „Kaiserin Auguste-Viktorie-Schule“.


1833 - 1839 Lehrer am Gymnasium (Ernestinum) in Celle. Der Magistrat der Stadt Celle hatte Brönnemann nach seiner Entlassung aus dem Dienst an der Elementar- und Töchterschule auf Grund seiner Bewerbung und einer erfolgreich absolvierten Lehrprobe in den Fächern Religion und Erdkunde zum Unterlehrer am Ernestinum gewählt. Er unterrichtete an dieser Schule die Fächer Rechnen, Schreiben und Zeichnen. Während seiner Zeit am Ernestinum war Brönnemann zusätzlich „Cantor“, nachweislich im Jahr 1838, und war demzufolge vermutlich als Leiter eines Schülerchors auch im unmittelbaren kirchlichen Dienst tätig.


1835 Die Beurlaubung vom Schuldienst ermöglicht ihm einen Aufenthalt in Dresden, wo er die Malkunst der großen Meister studieren kann.


1836 Antrag auf Beurlaubung vom Schuldienst für 1½ Jahre, um in Göttingen Mathematik zu studieren. Dabei angebotener Verzicht auf Besoldung während des Urlaubs und Stellung einer Urlaubsvertretung auf eigene Kosten. Dieser Antrag wird ohne Begründung vom Magistrat der Stadt Celle abgelehnt.


1833(?) - 1839 Neben seiner Lehrtätigkeit am Ernestinum unterrichtet Brönnemann zusätzlich an der Gewerbeschule in Celle.


1836 Eheschließung mit Alwine Therese geb. Schramm (geboren am 16. Januar 1815) , die aus dem sächsischen Oederan stammt. Die Trauung fand am 22. September 1836 in der Celler Stadtkirche statt.


1937 Geburt der Tochter Friederike Marie Josine Alwine am 19.07.1837 in Celle.




1838 Das alte Abendmahlsgemälde, das sich heute in der St. Pankratius-Kirche in Burgdorf befindet, wird von Johann Friedrich Brönnemann fertiggestellt. (Vorlage: Abendmahlsbild des Martin de Voss an der Priechenbrüstung in der Celler Schlosskirche. Entstehung: um 1570)


1839 Geburt des Sohnes Carl Heinrich Richard am 13.05.1839 in Celle.


1840 Johann Friedrich Brönnemann stirbt am 3. Januar 1840 in Celle an den Folgen seiner Diabeteserkrankung. Begraben wurde er auf dem Neuenhäuser Kirchhof in Celle. Er hinterließ seiner Frau die 2½ -jährige Tochter und den 1-jährigen Sohn. Er wohnte zuletzt in der Westerceller Vorstadt.
Die Witwe, Alwine Brönnemann, bittet in ihrem an den Magistrat der Stadt Celle gerichteten Schreiben vom 25.03.1840 um ein „Gnadenvierteljahr des Gehaltes ihres verstorbenen Mannes.“
Sein Sohn Carl Heinrich Richard stirbt am 28. Mai 1840 im Alter von nur einem Jahr an den Folgen der „Drüsenverhärtung“ in Celle und wird auf dem Neuenhäuser Friedhof beerdigt.
Das Abendmalsbild übergeben am Gründonnerstag des Jahres 1840, drei Monate nach dem Tod Johann Friedrich Brönnemanns, Hans Heinrich Brönnemann, der jüngere Bruder des Malers, und dessen Ehefrau Cathrine Justine Krull aus Otze der St. Pankratius-Kirche in Burgdorf.


1841 Die Witwe, Alwine Therese Brönnemann geb. Schramm, siedelt mit ihrer Tochter um in ihre sächsische Heimat. Sie heiratete am 25.06.1841 den beim Königlichen Justizamte in Frauenstein tätigen Inspektor und Stadtschreiber Friedrich August Wittich. Sie selbst verstarb in Frauenstein am 13.06.1847 im Alter von 32 Jahren.